Mediale Botschaft Schuld

Teil II – „Schuld entsteht aus nicht losgelassener Verantwortung“

Stefan (S):  „Ich bin wieder da! Deine Ausführungen haben mich beschäftigt. Sogar im Traum! Ich habe darin einem Freund die Geschichte vom Lehrer und der schlechten Note erzählt…“

Uma Raja (UR): „Gut! Ein Zeichen, dass die Dinge in deinem System angekommen sind und zu arbeiten begonnen haben. Was kommen Dir für Gedanken in den Sinn?“

S: Mein Hund agiert auch und ich reagiere. Doch hat er ja kein Ich-Bewusstsein. Wie geht er dann mit dem Prozess „Aktion-Rekation“ um?

UR: Dein Hund besitzt kein Ich-Bewusstsein. Er hat aber Gefühle und arbeitet damit. Sein Gefühl gibt ihm vor, eine Aktion in Gang zu bringen – z.B. eine Maus zu jagen. Wenn Du das siehst, wirst Du ihm das untersagen. Er kann das „Nein“ akzeptieren oder nicht – das ist ein anderes Thema.

Er wird nur sein Gefühl gegen Dein Gebot abgleichen – seine Aktion mit deiner Reaktion. Dies kann – wie Du weißt – sehr oft passieren und hin- und hergehen.

Entscheidend ist aber, dass er immer nur agiert bzw. reagiert.

Wenn die Situation geklärt ist, ist die Aktions-Reaktionskette vorerst abgeschlossen. Dazwischen beschäftigt er sich nicht mehr damit.

Er wird dir nicht die Schuld geben dafür, dass er wegen Dir vielleicht schlecht in den Tag gestartet ist.

Du hingegen bewertest viele seiner Aktionen/Reaktionen in einer bestimmten Weise – z.B. als Angriff auf Deinen Raum. Symbolisch für diejenigen Menschen, die dir schon mal deinen Raum genommen haben. All dieser angehängte Abfall bündelt sich in diesem Moment auf den Hund.

Er wäre dazu niemals in der Lage.

Wenn man einen Hund oder aber empfindlich in seinem Gefühl erschüttert, dann wird er in Zukunft sehr direkt auf entsprechende Aktionen reagieren. Das ist der Unterschied!

Dein Gefühl für z.B. Raum ist subtil im Unterbewusstsein vergraben und kann sich in ganz anders gearteteten Reaktionen äußern, die das Gegenüber dann gar nicht dahin zuordnen kann, wo es eigentlich herkam.

S.: Ja, das habe ich schon oft so erlebt. Was ist denn der Unterschied zwischen „selbst Schuld empfinden“ und „anderen Schuld zuweisen“?

Ich kann es mir so vorstellen: Schuldzuweisung ist oftmals offensichtlicher, als zu erkennen, wo man selbst Schuld empfindet. Zu sagen: „Du bist Schuld daran!“ bzw. sonstige Schuldige zu suchen, ist leicht getan. Herauszufinden, ob man sein eigenes Handeln evtl. danach ausrichtet, selbst nicht in Schuld zu geraten, kann ein sehr subtiles Thema sein.

UR.: Wo siehst du dich in letzter Zeit selbst mit diesem Thema betroffen?

S.: Ich fühle mich oft schuldig, wenn ich meinen eigenen Bedürfnissen nachgehe und sich diese nicht mit den Bedürfnissen von anderen decken. Ich fühle mich dann in die Verantwortung gezogen für das Wohlergehen der Anderen.“

UR.: „Schuldgefühle können aus einem Gefühl der Verantwortung heraus entstehen. Wenn Verantwortung nicht zu rechten Zeit losgelassen wird, kann ein Schuldgefühl entstehen.“

S.: „Und was ist Verantwortung?“

UR: „Es ist eine Art Zusage. Die Zusage und Zusicherung, dass man auf etwas die Antwort kennt und deswegen ein Gefühl von Sicherheit verströmt. Verantwortung zu übernehmen ohne zu Grunde liegende Sicherheit, geht meist ins Auge.

Sicherheit ist aber nicht gleichzusetzen mit „Gewissheit“. Denn eine „Gewissheit“ – aus Eurer Sicht gesehen – gibt es nicht. Aber eine Sicherheit des Gefühls. Das ist vollkommen ausreichend, um Verantwortung zu übernehmen.

Wenn jemand verantwortungslos handelt, handelt er gegen sein Gefühl. Die Silbe –„ver-“ kann also zweierlei Bedeutung haben: Im positiven Sinne eine stellvertretende Zusicherung für die Antwort (wie z.B. sich einer Sache verschreiben) oder aber es liegt ein Irrtum zu Grunde (wie z.B. bei vertan).

Jeder trägt und muss Verantwortung tragen. Denn ihr seid hier, um zu lernen, eigenen Entscheidungen zu treffen.

Ihr tragt aber nur für einen für Euch überschaubaren Raum Verantwortung. Die Zusammenhänge Eures Daseins sind viel zu komplex, als dass ihr dafür ein sicheres Gefühl entwickeln könntet, das es Euch erlauben würde, Verantwortung dafür zu übernehmen. Ihr müsst und sollt Euch also nicht mit Dingen belasten, die ohnehin nicht in Euren Zuständigkeitsbereich fallen.

Du fragst, wie es um die Verantwortung im Zusammenhang mit anderen Menschen steht.

Gibt es hier einen eindeutigen Zuständigkeitsbereich oder gibt es ihn nicht?

Ist man nur für sich verantwortlich oder auch darüber hinaus?

Als deine Seele sich entschieden hat, auf dieser Welt zu leben – sowohl im großen Zusammenhang deiner Leben, als auch in diesem jetzigen Leben – war es ihr nicht möglich, die Verantwortung für den menschlichen Körper zu übernehmen. Sie hat sich zwar für die Inkarnation entschieden – und zwar aus einem Gefühl der Sicherheit heraus und aus einer Notwendigkeit, das zu tun. Die Konsequenz dieser Entscheidung war, dass Du als Säugling auf die Welt kamst – dem irdischen Leben hilflos ausgeliefert.

Deswegen haben Deine Eltern sich stellvertretend für Dich bereiterklärt, die Verantwortung für Dich zu übernehmen. Bis du selbst ein Gefühl von Sicherheit bekommst, um selbst Verantwortung zu übernehmen.

Es gibt auch Elternpaare, die – aus Eurer Sicht – verantwortungslos handeln. Also scheinbar ohne dieses innere Gefühl der Sicherheit, sich diesem Schritt gewachsten zu fühlen. Aber gerade hier kann niemals „Gewissheit“ herrschen – nur die Kraft der eigenen Mitte.

Und es gibt Elternpaare, die überhaupt keine aktive Entscheidung für ein Kind gefällt haben. Zumindest keine, die in der Außenwelt sichtbar oder spürbar wurde. Also keine bewusste Entscheidung.

Doch auch das Unterbewusstsein/Unbewusste hat die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen. Auch das Unterbewusstsein/Unbewusste kann ein Gefühl von Sicherheit entwickeln. Der Körper und das Bewusstsein können von Angst erfüllt sein. Aber das Unterbewusstsein ist sich seiner Sache sehr sicher. 100%-ig sicher sogar!

Weil es in unmittelbarer Verbindung zu Gott steht und sich in vollkommener Sicherheit wiegt, dass die „Verantwortung“ letztlich nicht bei sich selbst liegt.

Die Verantwortung trägt Gott!

Wobei der Begriff „Verantwortung“ hier an seine Grenzen stößt. Gott besitzt als Einziger „Gewissheit“!

Über ihm existiert nichts mehr. Er kann deswegen seine unendliche Liebe und Gnade verströmen, weil der Gewissheit besitzt.

Und hier stößt auch der Begriff „Gewissheit“ an seine Grenzen. Denn Gott ist Alles und unendlich mehr als Alles. Er entzieht sich jeder Begrifflichkeit.

Wir können uns der Wahrheit nur annähern – unter anderem durch Begrifflichkeit.

Begriffe dienen zum be-greifen. Greifen kann man nur Materie bzw. klare Strukturen.

Dies ist die Aufgabe eurer vielen Inkarnationen:

Die Welt und Euch im Körper begreifen zu lernen, um dann mit dieser liebevollen Erkenntnis in die Welten zurückzukehren, wo es nichts mehr zu begreifen gibt.

Begreifen ist eine Form des Lernens. Begreifen ist ein Begriff, der nur in der Dualität erfahren werden kann.

Lernen hingegen ist allumfassend – universell und unendlich.

 

UMA RAJA

 

Empfangen von Stefan Schmid am 4.7.2015. Dieser Text steht zur freien Nutzung zur Verfügung. Veröffentlichung möglich unter folgender Quellenangabe: SOLIA – www.solia-channeling.de – Stefan Schmid
Änderungen des Textes sind nicht erlaubt.

 

Alle Channelings zum Thema „Schuld“:

Teil I – „Schuld ist ein notwendiges Abfallprodukt“

Teil II – „Schuld und Verantwortung“

Teil III – „Schuld und Angst“

Teil IV – „Schuld und Loslassen“

Teil V – „Die Geschichte vom Affe und vom Pferd“

 

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„Schuld und Verantwortung“

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